Hintergrundwissen "Motivation"

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Motivation (allgemein)
Motivation (vom Lateinischen "motus" bzw. "movere") ist die Energie, die uns in Richtung eines Ziels in Bewegung setzt und ist somit eine Art Triebkraft (Antriebskraft) für Verhalten. Ohne Motivation erfolgt keine Bewegung – ohne entsprechende Bewegung lassen sich Ziele nicht erreichen. Ohne Motivation macht die zielführende Arbeit keinen Spaß. Viele verwechseln Motivation (eigene Motive) mit Motivierung (von außen). Wer nur von außen motiviert wird, neigt nur zu kurzfristigen Aktivitäten. Nur wenn es gelingt, äußere Motive (Extrensische Motivation in innere (Intrinsische Motivation) zu verwandeln, entsteht echte Motivation.

 

Intrinsische Motivation
Motivation, auch als "Intrinsische Motivation" bezeichnet, ist der innere Antrieb, der zur Verwirklichung von Ideen führt. Intrinsische Motivation ist das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun, weil es einfach Spaß macht, Interessen befriedigt oder eine Herausforderung darstellt. Beispiel: Ein Musiker spielt mit Begeisterung ein Instrument, ein Autor schreibt kreative Texte, ein Verkäufer führt engagierte Gespräche mit Kunden, einfach weil es ihnen Spaß macht. Die benannte Personen denken nicht lange darüber nach, warum sie das machen und welche Vorteile oder Belohnungen sie dafür bekommen.

 

Extrinsische Motivation
Motivierung, auch als "Extrinsische Motivation" bezeichnet, beschreibt die Umsetzung von Zielen durch von außen kommende Anreize. Es steht der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil (Belohnung) verspricht oder Nachteile (Bestrafung) vermeiden möchte. Beispiele: Ein Versprechen einhalten, damit der andere nicht enttäuscht ist, ein Lob vom Chef erhalten, ggf. eine Gehaltserhöhung. Der Musiker und der Autor möchten Geld verdienen oder berühmt zu werden, der Verkäufer hofft auf Anerkennung oder Umsatzbeteiligung.

 

Bemerkung
Motivierung von außen reicht nicht aus und hält nicht an, wenn sie nicht durch eigene innere Motivation ergänzt wird. Ohne eigene Motivation/Antrieb von innen läuft nichts, zumindest nicht lange. 

Motive
In der Psychologie bezeichnet der Begriff Motiv eine stabile Persönlichkeitseigenschaft, die ihren Besitzer befähigt, bestimmte Dinge wahrzunehmen, durch die Wahrnehmung eine emotionale Erregung zu erleben und daraufhin in bestimmter Weise zu handeln oder zumindest einen Impuls zur Handlung zu verspüren. Motive zeigen, wie wichtig einer Person eine bestimmte Art von Zielen ist. Sie sind die Beweggründe für unser Handeln. Motive werden traditionell mit dem Thematischen Auffassungstest (TAT), dem neueren Operanten Motivtest (OMT) und mit Fragebögen gemessen.

 

Durch letzteres werden allerdings nur bewusste Motive erfasst; Motive sind jedoch nicht zwingend bewusst. Zumeist sind die wahren Motive Menschen selbst nicht zugänglich. Menschen schreiben sich selbst Motive zu. Nicht selten sind dies Scheinmotive. Beweggründe, die sich Menschen selbst zuschreiben, sind bewusste Motive. Die wirklichen eigenen Beweggründe für ihr Handeln sind nicht unmittelbar zugänglich und damit den meisten Menschen überhaupt nicht bewusst. Da das Unterbewusstsein auf unser Verhalten einen stärkeren Einfluss hat als unser Bewusstsein, wird Verhalten folglich überwiegend von unbewussten Motiven geprägt.

 

Motivatoren
Motivatoren sind Anreize, die als Verhaltensauslöser fungieren. Sie aktivieren und/oder verstärken Bedürfnisse. Einfacher gesagt: Motivatoren sind die Dinge, die einem an bestimmten Arbeiten direkt oder indirekt viel Spaß machen. Wenn etwas keinen Spaß macht oder irgendetwas demotivierend ist, wird es hinausgezögert und ggf. in einer schlechteren Qualität erledigt. Es fehlt ein Beweggrund. Nur ein äußerer Druck lässt uns die Arbeit fortführen. Dinge, die man gerne tut, gelingen besser. Zu den Motivatoren können zählen: Interessante Aufgaben (Arbeitsinhalt), Identifikationsmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Umsetzung eigener Ideen (Selbstentfaltung), Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, gutes Betriebsklima, zufriedenstellende Entlohnung, gerechte Beurteilung, Verantwortung und die Anerkennung der eigenen Leistung. Sofern diese – individuell unterschiedlich passenden - Anreize vorhanden sind und als solche richtig verstanden werden, ergibt sich daraus motiviertes Verhalten, wie z.B. eine höhere Arbeitsbereitschaft. Die Zwei-Faktoren-Theorie (auch Motivator-Hygiene-Theorie) von Frederick Herzberg und die Bedürfnispyramide von Maslow gehören hier zu den bekanntesten Theorien.

 

Motivation als Zentralbegriff der Lernpsychologie
Die Lernpsychologie unterscheidet drei Arten von Motivation: a) Triebreduktion, b) Anreizmotivation und c) Verstärkung. Während bei der Triebreduktion das Zentrum der Motivation im Individuum selbst liegt, liegt bei der Anreizmotivation das Zentrum in der Außenwelt. Die "Verstärkung" ist ein als angenehm empfundener Reiz, der auf ein Verhalten folgt und dadurch die Wiederholung des Verhaltens oder einer vergleichbaren Aktivität hervorruft. Es gibt Motivation, die ursprünglich, angeboren und triebnah ist (Primäre Motivation) und solche, die durch Lernprozesse erworben wird und auf geistigen Bedürfnissen und Interessen basiert (Sekundäre Motivation). 

 

Die Motivationspsychologie berschäftigt sich mit...
...der Erklärung der a) Aufnahme und Beendigung von Verhalten,
der b) 
Zielausrichtung und Steuerung des Verhaltens, der c) Aufrechterhaltung und Energetisierung (Stärkung, Kräftigung und Vermehrung) des Verhaltens und den d) begleitenden, steuernden und leitenden erlebnismäßigen Vorgängen.

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