Hintergrundwissen "Dummheit & Gesellschaft"

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Intelligenz ist in der Psychologie ein Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen (Leistungsfähigkeit des Denkens).

Dazu zählt das Vermögen, die Welt um sich herum richtig wahrzunehmen,

schnell richtige Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, logisch und folgerichtig

zu denken und das eigene Denken in zielführendes erfolgreiches Verhalten umzusetzen.

Intelligenz ist nicht zu verwechseln mit Wissen und Bildung. Wer viel weiß und sehr gebildet ist, ist nicht automatisch intelligent und in der Lage, sein Wissen und seine Bildung vernetzt, folgerichtig und zielführend umzusetzen, erst recht nicht zwingend im sozialen Kontext (soziale Intelligenz und daraus resultierendes sozialkompetentes Verhalten).

 

Ebenso ist Intelligenz kein Garant für erfolgreiches Handeln, zumindest nicht mehr in der heutigen Zeit. Früher war Intelligenz wichtig, um zu überleben und sich in der Natur und im sozialen Umfeld erfolgreich durchzusetzen, ganz nach dem Motto: Der Intelligentere setzt sich durch und überlebt.

 

In der modernen Gesellschaft, in der die Intelligenz von Menschen durch die vielzähligen zivilisatorischen Sozialisationsprozesse rapide abnimmt, ist es nicht mehr wichtig, möglichst intelligent zu sein, sondern sich möglichst dem jeweiligen Trend entsprechend zu verhalten. Genau das widerspricht nicht selten jeglicher intellektueller Grundlage, was wiederum zur Folge hat, dass intelligente Menschen in Relation zum Trend eher "auf der Strecke bleiben" und sich zivilisatorisch überall und immer mehr die Dummheit durchsetzt.

Zu den Erfolgs-Strategien zählen daher nicht mehr zwingend intelligente

Denk- und Handlungsstrategien, sondern auch (und manchmal ausschließlich)
jene, die eher dümmlich anmuten und aus der Perspektive intelligenter Menschen teilweise unglaublich - und manchmal sogar untragbar - erscheinen. Die Alternative wäre, die Gesellschaft und Zivilisation zu verändern. Das ist aber für das Individuum kaum bzw. nur schwer möglich.

Werden Menschen immer dümmer?

Auch wenn es für die meisten erst einmal befremdlich anmutet, so kann die o.g. Frage mit einem ganz klaren "Ja" beantwortet werden.

In der Regel gehen Menschen entsprechend ihrer Selbsteinschätzung
(Selbstbild-Fremdbild), ihres Selbstwertgefühls und ihrer Selbstwirksamkeitserwartung grundsätzlich davon aus, intelligent zu sein, insbesondere in Relation zu anderen. Eine grundlegende Intelligenz unterstellen Menschen in der Regel aber auch ihren Mitmenschen, selbst dort, wo weniger Intelligenz anzutreffen ist. Das liegt daran, dass Menschen stets von sich selbst auf andere schließen. In vielen Bereichen des Lebens und des Arbeitens wird jedoch deutlich, dass die Intelligenz von Menschen nicht nur überschätzt wird, sondern sogar immer mehr abbaut.

 

So haben z.B. Tests bzw. moderne Forschungsergebnisse im Consumer-Bereich (zumindest für Deutschland) ergeben, dass viele Menschen lieber dort einkaufen, wo das Preis-Leistungsverhältnis eher zu ihren Ungunsten ist, während sie ganz bewusst auf bessere Angebote, die ihnen als Alternative angeboten werden, verzichten. Das entsprechende Verhalten bezieht sich auf den Einkauf bei Discountern, den Erwerb von Modeartikeln, den Besuch von Restaurants und viele weitere Bereiche wie z.B. die Auswahl potentieller Partner und Stellenangebote.

 

Das kognitive Denken nimmt hier immer mehr abstrus erscheinende Eigenschaften an. Diese zeigen sich in der Beurteilung von Menschen und Sachverhalten, in Entscheidungen und im Verhalten. Dazu einige Beispiele:

 

Beispiel 1
Obwohl das Verhalten der Griechischen Regierung messbar zeigte, dass an Reformen zur Überwindung von Schulden kein wirkliches Interesse (intrinsische Motivation) besteht, werden immer weitere Kredite und Hilfen beschlossen, die das Verhalten der Griechen belohnen, bekräftigen und weiter prägen. Öffentlich geäußerte und zur Schau gestellte Beschimpfungen und Beleidigungen der Kreditgeber durch die Griechische Regierung und das Volk führen im Ergebnis nicht zu logisch-folgerichtigen Konsequenzen, sondern zu immer wieder neuen Hilfen und Krediten.

 

Man muss kein Pädagoge sein, um zu verstehen, dass das Verhalten der Kreditgeber hier in etwa vergleichbar ist mit dem Verhalten von Eltern, die ihre Kindern für ihre Missetaten belohnen. Die Eltern stellen zwar Forderungen - jedoch ohne Erreichung einer echten intrinsischen Motivation, die zu positivem Verhalten führt. Ebenso bedarf es keines Psychologie-Studiums, um zu wissen, welches Verhalten ein Kind daraus lernt bzw. welche Verhaltens-Prognose hier zu stellen ist. Dennoch geht ein solcher Trend zur Umkehr logischer Zusammenhänge durch die breite Gesellschaft und findet sogar Auswirkungen in einigen Gesetzen und richterlichen Entscheidungen, in denen z.B. der Schuldner belohnt und die Gläubiger bestraft werden.

 

Beispiel 2
Bei Casting-Shows gewinnt nicht der beste Kandidat, sondern der, der die Herzen am meisten erwärmt. Dies erreicht man z.B. durch eine herzzerreißende Geschichte, die imagetechnisch stets in der Beschreibung von Misserfolgen (z.B. Armut, Gefängnisstrafe, Krankheit etc.) liegen sollte, nicht aber in positiven Dingen. Die Beschreibung von Erfolgen wird bei Zuschauer-Votings drastisch abgestraft. 

 

Beispiel 3
Probanden einer Studie, denen zwei oder mehrere Stellenangebote unterbreitet wurden, entschieden sich sehr häufig ausgerechnet für jene Stelle, die am wenigsten zu ihnen paste. Hinzu kommt, dass Stellenangebote, in denen eine positive Persönlichkeit gesucht wurde, die in einem positiven Team tätig ist und einer Arbeit "mit viel Spaß" nachgeht, häufiger (bzw. bei Nennung sofort) abgelehnt wurde als eine Stelle in vergleichbarer Position ohne den Wunsch einer positiven Persönlichkeit und die Inaussichtstellung von positiven Teamkollegen und viel Spaß an der Arbeit.

 

Auffällig bei der Studie war auch, dass viele Probanden sich in der Rolle von Bewerbern insbesondere dann von Stellenangeboten abschrecken ließen, wenn das Wort "Intelligenz" als gewünschte Persönlichkeitseigenschaft gefordert wurde. Stellenangebote, die eher "dümmlich" formuliert wurden oder eine eher geringe Intelligenz voraussetzten, hatten hingegen einen eher anziehenden Charakter und wurden öfter frequentiert.

 

Beispiel 4

Die neue Abwrack-Prämie unter dem Vorwand des angeblichen Umweltschutzes: Moderne Top-Autos in der Schrott-Presse.Abwracken & Wegwerfen ist die Devise. Ein regelrechter Diesel-Öko-Idioten-Wahnsinn und der dumme Deutsche spielt mit.

Hochwerte Luxus-Autos werden verschrottet. Der Grund: Sie erfüllen die neue Abgas-Norm nicht. Der Verkauf der teils in einem hervorragenden Zustand befindlichen Autos im Ausland ist verboten. Der Deutsche Wegwerf-Verbraucher spielt das Spiel mit. Doch die Realität beweist: Was hier an der Umwelt vollzogen wird, ist ein Verbrechen, da die entstandenen Schadstoffe und der Einsatz neuer Ressourcen bei der Herstellung des Neufahrzeugs in keinen auch nur annähernd vernünftigen Verhältnis zum Nutzen des Neufahrzeugs steht, denn viele Jahre mit dem verschrotteten Wagen weiterfahren wäre ökologisch erheblich sinnvoller gewesen. Video dazu bei: MindMap 4  / YouTube.com


Beispiel 5
Eine weitere Studie zeigt die Tendenz von Dummheit in Bezug auf Personalentscheidungen. Von mehreren vorgelegten Bewerbungen

entschieden sich viele Personalentscheider für den jeweils schlechtesten fiktiven Kandidaten, obwohl die eher schlechtere Qualität ziemlich eindeutig aus den Unterlagen hervorging. Tests mit echten Kandidaten bestätigten diese Tendenz.

 

Selbst dann, wenn sich ein echter oder fiktiver Bewerber bei seiner Bewerbung

so verhielt, dass aus dem elektronischen, schriftlichen und persönlichen Verhalten eindeutig herauszulesen war, dass der jeweilige "Kandidat" kein positives Verhalten zeigt und daher keine gute Arbeit zu erwarten ist, entschieden sich viele Personalentscheider für genau diesen Kandidaten, zumindest dann, wenn sonstige Raster (Daten) erfüllt wurden, die jedoch kein Indiz für Persönlichkeit (Motivation, Sozialverhalten etc.) und Leistungserbringung darstellten.
 
Auffällig war, dass die jeweiligen Entscheidungen mit der konkreten Persönlichkeit

der Personalentscheider, die in Ansätzen ebenfalls erfasst wurde, korrellierte.
Als Ursache für das eher "dümmlich" anmutende Entscheidungsverhalten wird - neben dem Motiv-Fehler und dem Logischen Fehler - der sogenannte Selbsterkennungs-Ähnlichkeitsfehler und darauf basierende implizite Persönlichkeitstheorien sowie entsprechende Erwartungen (Erwartungsfehler) und darauf basierende selektive Wahrnehmung vermutet. Die Hypothesentheorie der sozialen Wahrnehmung spielt vermutlich ebenfalls eine Rolle.

 

Der Ähnlichkeitsfehler (Selbsterkennungs-/Sympathie-Fehler oder Sympathie-/Ähnlichkeitsfehler) besagt, dass Menschen bei der Wahrnehmung und Beurteilung anderer Menschen sich selbst als Bezugsrahmen nehmen. Nimmt folglich ein Personalentscheider bei einem Bewerber eine Ähnlichkeit mit der eigenen Person wahr, führt dies zu einer Beurteilung entsprechend dem eigenen Selbstbild, das zumeist positiv ist.

 

Dem gegenüber steht der Antipathie-/Widerspruchsfehler (Selbsterkennungs-Widerspruchsfehler). Er basiert darauf, dass man sich selbst in einer Person, die man einschätzt und beurteilt, nicht wiedererkennt, vielleicht sogar Kontraste und Widersprüche zur eigenen Persönlichkeit feststellt, was automatisch zum Gefühl der Antipathie führt. Dieses unangenehme Gefühl beeinflusst dann die Beurteilung und Entscheidung in erheblichem Maße.

Aufgrund der Ergebnisse der Studie muss davon ausgegangen werden, dass es folglich Zusammenhänge zwischen Entscheidungen und der Persönlichkeit von Personalentscheidern gibt, ebenso dass es viele Personalentscheider gibt,

deren Persönlichkeit negative Kandidaten bevorzugt und folglich auch,

dass hier das Gesetz der Anziehung ("Gleiches zieht Gleiches an") wirkt

und nicht nur entsprechende Entscheidungen, sondern auch den Erfolg

und Misserfolg von Unternehmen maßgeblich beeinflusst.

 

Alternativ kann es aber auch sein, dass hinsichtlich des Wissens der besagten Personalentscheider deutliche Defizite bestehen. Dafür spricht, dass es sich bei den Probanden der Studie um Betriebswirte und Kaufleute mit akademischem Abschluss handelte und in diesem Berufsbild sind psychologische Grundkenntnisse folglich nicht automatisch vorhanden, ggf. werden die Erkenntnisse der Persönlichkeitsforschung, der Psychologie und der modernen Neurowissenschaften aber auch einfach übergangen oder sogar negiert. Ein Irrsinn sind die Folgen dieses Handelns. Siehe dazu: Personalpsychologie-nrw.de/Folgen unterlassener psychologischer Eignungsdiagnostik

 

Weitere Beispiele
Natürlich gibt es unzählige andere abstrus bis unwirklich erscheinende Beispiele.

Diese hier zu nennen, würde jedoch den Rahmen sprengen. Man kann derartige Verhaltensweisen aber überall beobachten: Kilometerlange Menschenschlangen,

die auf die Erstausgabe eines neuen Mobilfunktelefons warten, sind ebenso allseits bekannt wie die Tatsache, dass immer mehr Menschen - unabhängig von Preisen, Qualität und Verkäuferverhalten genau dort essen und einkaufen wo die meisten anderen sind und sie dadurch mit höherer Wahrscheinlichkeit länger auf ein gutes Essen oder Produkt warten als woanders, wo die Produkte sogar besser und preiswerter und die Verkäufer freundlicher sind.
 

Studie der Stamfurt Universität
Eine Studie der Stamfurt Universität in Kalifornien zeigt auf, dass die Menschheit
trotz erhöhter Angebote an Bildung, Wissensvermittlung und Medien nicht klüger,
sondern immer dümmer wird. Nach etwa 10-jähriger Forschung kam der Humangenetiker Professor Hugo Mendaci zu dem Schluss, dass sich die Menschheit bereits seit längerem auf einem absteigenden Ast befindet und sogar auf dem Wege in eine regelrecht gravierende Verdummung ist. Die Ursache liegt in der modernen Gesellschaft, die keinen Überlebenskampf mehr nötig hat, die Intelligenz (allein zum Überleben) erfordert.

 

Die Studie zeigt, dass sich im Gegensatz zu früher heute eher dumme Menschen vermehren und dabei keine Einschränkung erfahren. Die Studie zeigt ebenfalls, dass Regierungen wie auch Medien eine Verdummung der Gesellschaft und des Individuums regelrecht fördern. In seinen Artikeln, die im Fachmagazin "Modern Trends of Stupidity" veröffentlicht wurden, legt Mendaci seine Theorie der menschlichen Dummheit und ihre Ursachen dar. Die zentrale These von Professor Mendaci basiert auf einer sehr einfachen und logischen Feststellung:

 

Wer in der Vergangenheit dumm war, ist schneller gestorben. Ursächlich waren wilde Tiere oder Vertreter des feindlichen Nachbarstamms. Nur intelligente Menschen waren in der Lage, Strategien zu entwickeln, sich erfolgreich zu verteidigen und sich gegenüber der Natur und anderen Menschen zu behaupten und lange genug zu überleben, um sich fortzupflanzen. Wer nicht intelligent genug war, sich zu behaupten, wurde eher von der Natur getötet, von einem wilden Tier gefressen oder von anderen Menschen getötet.

 

In unserer modernen Gesellschaft sind natürliche Überlebensstrategien nicht mehr nötig. Der natürliche Druck weicht einem bequemen Konsumverhalten. Menschen ohne diese Strategien werden vom Staat sogar eher unterstützt als andere. Dadurch entwickeln sich eher dumme Menschen als intelligente. Sie können trotz ihrer Dummheit überleben und sich massenweise vermehren.

 

Hinzu kommt, dass Dummheit gefördert wird. Immer mehr Gesetze nehmen Verantwortung ab. Der Markt bietet immer mehr und umfassendere Lösungen

für dumme Menschen. Immer mehr Sachbücher "Für Dummies" im Taschenbuchformat  sind hier nur geringfügige Beispiele. Allein die Inhalte zeigen wie extrem ahnungslos viele Menschen heute in grundlegenden Bereichen sind. Auch die Medien zielen ihre Angebote darauf ab und dazu noch auf die Masse, schließlich zählen Quoten. Warum soll man pünktlich sein, wenn heute doch alles wiederholt wird?

 

Mendaci erklärt: "Ein Jäger und Sammler, der nicht clever genug war, heraus zu finden, wie man sich Essen besorgt und sich vor Feinden schützt, starb sehr früh.

Der moderne Mensch auf der anderen Seite, der nicht selber überlebensfähig ist,

wird für seine Dummheit belohnt, bekommt Sozial- und Wohnhilfe, Arbeitslosengeld und wird vom Staat rundum versorgt. Aber nicht nur das: Ihre Nachkommen werden angehalten auch völlig verblödet zu sein. So entsteht eine Generation nach der anderen an immer dümmeren Menschen. Regierungen fördern das, denn welche Regierung will schon eine intelligente Bevölkerung haben? Clevere Menschen sind gefährlich und stellen gefährliche Fragen. Obwohl die Leute, die für den Staat arbeiten noch dümmer sind als das gemeine Volk."

 

Professor Mendaci ist der Auffassung, dass seine These die Evolutionstheorie von Charles Darwin bestätigt, nur eben umgekehrt. Die natürliche Selektion wird durch

die moderne Gesellschaft ausgeschaltet. Aktuell werden eher die schlechten Merkmale von Generation zu Generation weitergegeben. Im Gegensatz zu früher, kann heute trotzdem überlebt werden. Mendaci ist sogar davon überzeugt, dass sich die Menschen - sofern es so weitergeht - zu Primaten zurück entwickeln. Im Gegenzug nennt er Beispiele aus der Archäologie z.B. die Bewerkstelligung komplexer prähistorischer Bauten als Beispiel dafür, dass der heutige Mensch immer weniger intelligent ist als seine Vorfahren. 


Interessant ist auch, dass parallel zur sinkenden Intelligenz auch andere positive Persönlichkeitseigenschaften abbauen, während das eigene Selbstwertgefühl und damit verbundene Wirkungsprinzipien (Selbstwirksamkeitserwartung, Selbstwert-Effekt, Selbstwertdienliche Verzerrungen etc.) parallel zunehmen.

 

Ebenfalls trifft dies auf Persönlichkeitsstörungen und psychische Störungen zu,

deren Quote in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist. Der besagte Abwärts-Trend in Bezug auf Absinken der Intelligenz steht folglich scheinbar in einem Zusammenhang mit Veränderungen der Persönlichkeit.

Weitere gesellschaftliche Veränderungen

Der besagte Abwärtstrend bezieht sich nicht nur auf die kognitiven Fähigkeiten

von Menschen, sondern auch auf ihr Verhalten von Kommunikation (z.B. "Null Bock" bis "LOL", Nachrichten ("Wo bis Du?", "Ich bin zu Hause.", "Was machst Du?", "Ich telefoniere gerade."), Körperhaltung (Vom aufrechten Gang zur gebückten Haltung und Geh-Haltung aufgrund ständiger Mobilfunk-Telefonie), Fortbewegung 

(200 Meter werden nicht zu Fuß, sondern mit dem PKW zurückgelegt) und Sozialverhalten (abnehmende soziale Intelligenz, geringere Kooperation, weniger Rücksichtnahme, eingeschränkte Umgangsformen, geringere Integrations- und Anpassungsfähigkeit, abnehmende Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit etc.).

 

Die beobachtbaren und messbaren Veränderungen führen sogar zu physischen Mutationen. Allein durch das ständige Betätigen von Handys, die mit manchen Menschen regelrecht verwachsen scheinen ist der Daumen bei jüngeren Menschen mittlerweile muskulöser und geschickter als die restlichen Finger der Hand. Dies ergab eine Untersuchung der Warwick University in Coventry in neun über den Erdball verstreuten Metropolen (z.B. Tokio, Peking, Chicago, London) an Menschen unter 25 Jahren.

 

Ein Ergebnis der Studie zeigt, dass die beobachteten Menschen nicht nur durchgehend mit technologischen Neuerungen herumspielen und sich regelrecht davon abhängig machen, sondern sich auch ihr Körper darauf einstellt. Im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung benutzt die jüngere Generation nicht nur bei Organizern, Mobiltelefonen und Taschencomputern instinktiv den Daumen, sondern auch in anderen Situationen. Daher rührt auch die Bezeichnung "Thumb Generation". Sadie Plant (Observer) , die Autorin der Studie: "Daumen sind die neuen Finger".

 

Durch die Nutzung moderner Medien wie Handys und WhatsApp verändern sich auch soziale Gewohnheiten, Sozialkontakte und soziale Kompetenzen. Soziale Kompetenzen können sich immer weniger entwickeln. Theoretisch muss man das Haus gar nicht mehr verlassen. Man kann alles virtuell erleben. So stellt sich sogar das menschliche Sozialverhalten auf virtuelle Gegebenheiten um. Treffpunkte zum Weggehen, zum Kennenlernen von Menschen und zum direkten face to face- Austausch mit seinen Mitmenschen sterben immer mehr aus. Direktes Feedback entfällt und es verändert sich sogar die Mimik als Spiegelbild unseres Denkens.  


Während das individuelle Selbstwertgefühl immer mehr zunimmt, wird soziale Intelligenz und daraus resultierendes sozialkompetentes Verhalten immer weniger benötigt und verkümmert immer mehr. Dies wird in vielen Lebensbereichen immer mehr sichtbar. Schließlich hat ein Mensch, der sich anderen Menschen gegenüber sozial inkompetent (z.B. unangemessen, unkooperativ, unzuverlässig, unfreundlich, beleidigend etc.) verhält, nicht nur immer noch sein Handy, sondern auch ansonsten nichts Schlimmes zu befürchten.

 

Der moderne Mensch braucht sich nicht zu sorgen, einen direkten Konter zu bekommen. Ebenso wenig ist er bedrohlichen unmittelbaren Sanktionen ausgesetzt. Sofern doch eine humane mittelbare Sanktion erfolgt (z.B. Kündigung, Bußgeldandrohung, Strafandrohung), gibt es immer noch den Rechtsweg vom Widerspruch bis zur Klage - und hier wird in der Regel zumeist zu Gunsten des scheinbar Schwächeren bzw. Unwissenden entschieden und seine geringen sozialen Kompetenzen zu seinen Gunsten berücksichtigt.

 

Wie sagte jemand, der mit negativem Sozialverhalten (bewusst gelebter vorsätzlicher Arbeitslosigkeit, Rücksichtslosigkeit und Straffälligkeit) durchs Leben geht und dabei sehr gut zurecht kommt, so schön: "Alles ganz easy. Mach einfach Dein Ding ohne Rücksicht auf Verluste. Die können Dir eh nichts. Nimm Dir einfach was Du brauchst, schalt Deinen Kopf aus und das Leben ist geil." 

 

Ein weiteres Zitat einer Führungskraft: "Bei meinen Bewerbungen habe ich mir kaum Mühe gegeben und war rotzefrech und arrogant. Irgendwann beißt ein Trottel an und wer nicht will, der hat schon. Bei den Personalchefs ist genau das oft gut angekommen, ganz besonders wenn ich gefragt habe, was die mir mehr bieten können als andere. Die wussten von vorne herein, dass ich mich nicht für den Laden kaputt mache. In so fern bin ich der geborene Leader. Und wenn´s nicht mehr lief, bin ich raus und dahin, wo es sich mehr lohnte. So ist das heute."

 

Tatsächlich wird ein solches Denken und Verhalten von manchen Unternehmen indirekt noch im Berufsleben gefördert, zumindest dann, wenn man die richtige Ausbildung und die richtigen Arbeitgeber-Stationen im Lebenslauf hat. Mit Intelligenz, Sozialkompetenz und Leistung hat das oft nichts mehr zu tun.

 

Wem aufgrund seines negativen Verhaltens gegenüber anderen gekündigt wird,
der geht zum Arbeitsgericht und zur Arbeitsagentur. Wenn dort zu seinen Ungunsten entschieden wird, legt man Widerspruch ein. Was soll letztendlich schon passieren. Es gibt ein funktionierendes soziales Netz und mittlerweile sehr viele, die das verstehen oder genauso denken. Selbst im Justizvollzug sind Menschen heute rundherum abgesichert. Warum sollte man sich ein Leben lang binden, Konflikte lösen und zusammenraufen, wenn man sich ganz einfach trennen und scheiden lassen kann? In der Zivilisation muss niemand verhungern und mit Hilfe moderner Medien und Plattformen stellt sich auch recht schnell der neue Partner ein.

Eine solche Absicherung gibt es auch hinsichtlich des Wissens und Lernens:
"Warum soll man lernen, wenn man vom Handy zwischendurch spontan auf Google zurückgreifen kann?" Eine weitere gehörte Meinung: "Warum soll ich mich im Job engagieren? Sollen das doch andere machen!"


Tatsächlich sind gewissenhafte und verantwortungsbewusste Menschen oft die Leidtragenden. Intelligente Menschen leiden ebenso unter den beschriebenen Veränderungen. Sie haben über Erziehung, Ausbildung und Leben Dinge gelernt, die in vielen Lebensbereichen und Arbeitsbereichen nicht mehr viel nützen und sogar kontraproduktiv sind. Letztendlich müssen sie erfahren, dass andere sich durchsetzen, obwohl sie vielleicht dümmer erscheinen und sich dümmer und sozial inkompetenter verhalten. Ihre Arbeit wird nicht in der angemessen Relation gewürdigt, sie setzen sich ein, während andere zuschauen.


Hochbegabte Kinder fallen in der Schule negativ auf, obwohl sie doch eigentlich positiv auffallen müssten. Warum? Weil sie zumeist regelrecht unterfordert sind und manchmal auch gemobbt werden. Intelligente Menschen leiden häufig an Depressionen und erleiden häufiger einen Burn out, während andere einfach ihr Ding machen und dabei weder nach Rechts und nach Links sehen. Während die Intelligenz irgendwann zum Arzt muss, weil sie für andere mitdenken muss, genießen dumme Menschen das Leben in vollen Zügen, leben sich aus und ziehen sich gegenseitig an.   


Wie die weitere gesellschaftliche Entwicklung im Hinblick auf Dummheit und soziale Inkompetenz tatsächlich fortschreitet, ist unbekannt. Gewiss ist, dass die besagten Studien und auch die Erfahrungen betroffener Menschen erschreckend klingen, leider aber auch logisch sind. Ob Regierungen und das jeweilige Gesetzes- und Bildungssystem einlenken können, ist fragwürdig und im Hinblick auf die Menschen, die letztendlich selbst als Mensch dahinter stehen, höchst zweifelhaft. Hinzu kommt die historische Erkenntnis, dass jedes hoch zivilisierte Gesellschaftssystem (Babylonier, Ägypter, das römische Imperium usw.) erfahrungsgemäß schließlich irgendwann an sich selbst zugrunde geht.

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